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Die neuen Start-ups in Deutschland – Claude Ritter von BOOK A TIGER im Interview

Claude Ritter BOOK A TIGERStart-ups sind in aller Munde. Sie stehen für ein innovatives Unternehmertum mit zukunftsorientierten Denkweisen.
Die Interviewreihe widmet sich den neuen Start-ups in Deutschland. Praktiker aus Unternehmen äußern sich kurz und knackig zu Ihrem Start-up.

 

Die Fragen im heutigen Interview hat Claude Ritter beantwortet. Zusammen mit Nikita Fahrenholz gründete er BOOK A TIGER in Berlin.

1. Was ist die Idee hinter Eurem Start-up?

In immer mehr Branchen ist das digitale Zeitalter angekommen – ob beim Carsharing, im Wellnessbereich oder beim Essen. Die Reinigungsbranche hinkte hier lange Zeit hinterher. Das haben wir erkannt und daraufhin BOOK A TIGER gegründet. Das Ziel war es, den Reinigungsmarkt sowohl für den Endkunden, als auch für Anbieter unkomplizierter zu gestalten. Flexible aber legale Dienstleistungen kombiniert mit einer umfassenden Automatisierung für den Kunden.
Aber die Dienstleistung soll nicht nur flexibel und digital gebucht werden können. Auch der Service sollte besser sein als bei der Konkurrenz. Hierfür haben wir im Laufe der Zeit viel nachgebessert und beispielsweise die Reinigungskräfte fest angestellt. Damit sind wir einzigartig auf dem Gebiet.

2. Was heißt es, in einem Start-up zu arbeiten?

Zunächst heißt es sehr viel Arbeit. Du musst für die Idee brennen und überzeugt davon sein. Außerdem ist es wichtig, die richtigen Leute zu finden und schnell klare Verantwortungsbereiche zu definieren. Viele Leute glauben, in einem Start-up arbeiten ist nur Spaß und eine große Party am Kickertisch. Aber ohne verantwortungsvolle Mitstreiter, die auch bereit sind, eine Extrameile zu gehen, wird sich kein Erfolg einstellen. Bei der Auswahl der Mitarbeiter muss auch die Chemie und das Bauchgefühl stimmen, das ist sicher noch viel wichtiger bei einem jungen Unternehmen als bei einem Etablierten. In einem Start-up sind keine Ressourcen vorhanden, um jemanden mitzuziehen – das Feuer muss sofort brennen.
Außerdem ist es wichtig, schnell und viel dazuzulernen und dies sofort umzusetzen. Schnelligkeit ist sowieso von größter Bedeutung. Wer nicht schnell aus Fehlern lernt und schnell begreift, wie eine Branche funktioniert, der wird untergehen.

3. Wo möchtet Ihr mit Eurem Start-up in fünf Jahren stehen?

Zurzeit konzentrieren wir uns darauf profitabel zu werden. Dafür arbeitet unser gesamtes Team. Vor allem im B2B Sektor möchten wir weiter expandieren und derzeit läuft alles in die richtige Richtung.

Längerfristig arbeiten wir daran, eine Art Betriebssystem für Facility-Management zu werden. Wir haben festgestellt, dass ein großer Bereich der Reinigungsbranche bisher nicht im digitalen Zeitalter angekommen ist und wir sehen hier viel Potential. Die Kunden haben definitiv ein Interesse daran, die Koordinierung und Verwaltung dieser Dienstleistungen und auch die Bezahlung stark zu vereinfachen. Diese Plattform ist nicht nur für uns – wir bieten sie auch anderen Firmen an und wollen so den Reinigungsmarkt ins digitale Zeitalter bringen.

4. Was sind derzeit Eure größten Stolpersteine?

Unsere größte Aufgabe bisher war die Qualität der Wohnungsreinigungen zu Beginn und die daraus resultierende Umstellung auf fest angestellte Reinigungskräfte. Dadurch ist das Unternehmen in kürzester Zeit um ein Vielfaches an Mitarbeitern gewachsen. Das alles musste koordiniert werden. Wir mussten das Recruiting umstellen und lernen, wie man Reinigungskräfte schult.
Natürlich können wir mit diesem Modell mit den Preisen von Schwarzmarkt und Konkurrenz nicht mithalten. Die Kundengewinnung ist schwieriger, wir müssen unseren Preis viel besser begründen als andere. Aber dafür bleiben Kunden, die sich einmal für uns entschieden haben länger bei uns. Die Neukundenakquise ist nicht mehr so wichtig, da wir mit hoher Qualität auf Stammkunden setzen und hart daran arbeiten, die Absprungrate von Kunden zu verringern. Der Erfolg hat uns mit diesem Schritt bisher Recht gegeben und es war die Arbeit mehr als wert.
Aber natürlich sind wir weiterhin damit beschäftigt, den Prozess zu optimieren. Vor allem die Auslastung der Reinigungskräfte muss stimmen, sonst sind wir nicht effizient mit unserem Geschäftsmodell.

5. Welche Bedeutung hat das Kunden-Feedback für Eure tägliche Arbeit?

Kunden-Feedback ist extrem wichtig für uns. Wir müssen wissen, was unsere Kunden denken, damit wir einschätzen können, ob wir das Richtige tun. Die Kundenbewertungen waren ein wichtiger Grund für die Entscheidung unser Geschäftsmodell zu ändern. Und auch jetzt sind sie sehr wichtig. So erkennen wir, welche Mitarbeiter eventuell eine Schulung benötigen und worauf wir in Zukunft noch mehr achten sollten. Nur so erfahren wir, ob die Qualität stimmt – denn nur mit einer hohen Qualität können wir dauerhaft erfolgreich sein.

6. Gibt es eine Person, an der Du Dich im Sinne eines Vorbilds orientierst?

Ein direktes Vorbild habe ich nicht. Natürlich gibt es aber Persönlichkeiten aus verschiedenen Bereichen, von denen man sich gern eine Scheibe abschneidet. Jeff Bezos beispielsweise hat mich sehr mit seiner strategischen Weitsicht, mit der er Amazon aufbaut hat, beeindruckt. Angela Merkel besitzt ein außergewöhnliches Stehvermögen und zieht ihren Kurs auch dann weiter durch, wenn es Gegenwind gibt. Elon Musk traut sich sehr ambitionierte Projekte anzugehen, auch wenn er Gefahr läuft sich zu blamieren. Die Liste könnte ich nach Belieben weiterführen

Unternehmensporträt:

BOOK A TIGER wurde 2014 von Nikita Fahrenholz und Claude Ritter als Vermittlungsplattform für Reinigungskräfte gegründet. Ziel ist, dass Kunden schnell und einfach eine Reinigungskraft online finden. Zunächst nur für Privatkunden in Deutschland, wurde das Geschäftsfeld 2015 auf die Schweiz, Österreich und die Niederlande erweitert. Seit 2016 bietet BOOK A TIGER Business Büroreinigungen, aber auch Lieferungen von Obst und Getränken, sowie weitere Dienstleistungen rund um die Büroorganisation für Gewerbe an.

Vielen herzlichen Dank für die Beantwortung der Fragen.
Rolf Dindorf

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