Die neuen Start-ups in Deutschland – Hans-Christian Bartholatus von Employland im Interview

Hans-Christian Bartholatus – GeschäftsführerStart-ups sind in aller Munde. Sie stehen für ein innovatives Unternehmertum mit zukunftsorientierten Denkweisen.
Die Interviewreihe widmet sich den neuen Start-ups in Deutschland. Praktiker aus Unternehmen äußern sich kurz und knackig zu Ihrem Start-up.

 

Die Fragen im heutigen Interview hat Hans-Christian Bartholatus beantwortet. Er ist Geschäftsführer der Employland GmbH aus Hamburg.

1. Was ist die Idee hinter Eurem Start-up?
Die Idee ist, dem Fachkräftemangel in Deutschland entgegenzuwirken, indem wir Unternehmen in Deutschland und Fachkräfte weltweit zusammenbringen und uns danach um alle juristischen Erfordernisse kümmern.
Deutsche Unternehmen sind zunehmend darauf angewiesen, ihre Mitarbeiter auch im Ausland zu finden, meist fehlt ihnen aber das erforderliche Know-how zum Zuwanderungs- und Aufenthaltsrecht,das bei der Einstellung ausländischer Mitarbeiter erforderlich ist: Kurzum, Fachkräfte aus dem Ausland einzustellen ist eine große bürokratische Hürde, vor der viele Unternehmen noch immer zurückschrecken. Diese Hürde nehmen wir.
Wir bieten quasi einen All-around-Service an, damit der Rekrutierungsprozess für die Beteiligten unkompliziert, verhältnismäßig schnell und finanziell transparent von statten geht:
Auf unserer Internet-Plattform www.employland.de finden deutsche Arbeitgeber Fachkräfte aus aller Welt. Möchte ein Arbeitgeber eine Fachkraft einstellen, kann er den gesamten anstehenden bürokratischen Prozess uns überlassen: Employland arbeitet mit Rechtsanwälten zusammen, die im Zuwanderungs- und Aufenthaltsrecht qualifiziert und erfahren sind. Sie kümmern sich zu Festpreisen um den Aufenthaltstitel und um die Anerkennung der Qualifikation, sofern erforderlich.

2. Was heißt es, in einem Start-up zu arbeiten?
Ein Start-up mit notwendigerweise zunächst kleiner Belegschaft bedeutet: Jeder packt überall mit an. Es gibt noch keine so differenzierte Arbeitsteilung, weil nicht für jeden Bereich eigens ein Mitarbeiter zur Verfügung steht. Natürlich fällt dann auch wieder einiges weg, wenn neue Kollegen eingestellt werden.
In einem Start-up zu arbeiten heißt auch, all die ersten kleinen Erfolge zu erleben und gemeinsam zu teilen. Der erste Einzug ins Büro, das Wachsen des Teams, die plötzlich nach oben schießende Zahl von Fachkraft-Registrierungen aus einem Land, in dem wir unsere Pressemitteilung versandt haben oder die erste Anfrage für ein Interview durch ein Printmagazin zum Beispiel. Man fängt bei Null an und erlebt Schritt für Schritt wie es vorangeht. Das ist besonders.

3. Wo möchtet Ihr mit Eurem Start-up in fünf Jahren stehen?
Wir möchten in spätestens fünf Jahren zum selbstverständlichen Repertoire aller Unternehmen in Deutschland gehören, wenn sie Mitarbeiter suchen. Ich habe mit mobile.de, das inzwischen von Ebay gekauft wurde, schon einmal erlebt, wie ein Start-up mit drei Mitarbeitern zu einem großen Unternehmen mit heute über 200 Mitarbeitern heranwuchs. Das darf sich gerne wiederholen und der Bedarf an unseren Dienstleistungen besteht ohne Zweifel!

4. Welche Chancen siehst Du in der Digitalisierung der HR-Arbeitswelt?
Große! Schnellere Prozesse, passgenaue Bewerberprofile, geringerer Aufwand, um nur einige Vorteile zu nennen. Unser Geschäftsmodell ist schließlich Teil der bereits digitalisierten Arbeitswelt.
Insbesondere hinsichtlich der Auslandsrekrutierung zeigen sich die Vorzüge enorm: Mit wenigen Klicks findet ein deutscher Personaler mit uns geeignete Kandidaten in Brasilien, Indien, Italien, eben überall auf der Welt. Die digitalen Fachkraftprofile geben ihm eine schnelle Übersicht. Er sucht sich über seine Schlüsselbegriffe selber aus, welche Kandidaten ihm angezeigt werden und er hat so auch keinen riesigen Stapel Papier, der später im Müll landet.
Auch muss der Personaler sich nicht täglich vor den Monitor setzen und händisch nach passenden Mitarbeitern suchen – er gibt einen Suchauftrag auf. Wer auf unserer Plattform neu hinzukommt und zu seiner Suche passt, wird ihm vorgeschlagen.
Das ist doch mal eine ziemlich unkomplizierte Rekrutierung von internationalem Personal.
Ergo: Die Digitalisierung der HR-Welt bietet in der Zeit des Fachkräftemangels, in der Deutschland enorm auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen ist, eine herausragende Chance!

Unternehmensporträt:
Für die Gründung und den Aufbau von Employland haben sich erfahrene Experten
zusammengeschlossen: Dazu zählen drei erfahrene Internet-Profis, die bereits das von Ebay aufgekaufte Unternehmen mobile.de mit aufgebaut haben sowie drei erfahrene Rechtsanwälte.

Vielen herzlichen Dank für die Beantwortung der Fragen.
Rolf Dindorf

 

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