Scheindemokratie – die Wahl von Führungskräften

Führungskräfte Wahl Demokratie
Was machen gute Führungskräfte anders damit das Unternehmen wachsen und gedeihen kann? Diese Frage beantworten im Rahmen von New Work die Schweizer Firma Umantis sowie in einem Modellversuch die Telekom mit der Wahl von Führungskräften.

Eine Welle der Begeisterung hat einige Berater und HR-Aktive ergriffen. Doch liegt der Schlüssel einer vertrauensorientierten Führung in Zeiten der rasanten Automatisierung wirklich in der Scheindemokratie?

Zentrale Fragen bleiben beim demokratisch legitimierte Unternehmertum offen:

  1. Wer legt die Regularien fest?
  2. Welche Führungskräfte werden wie lange gewählt?
  3. Was passiert, wenn sich niemand zur Wahl stellt?
  4. Gibt es für bestimmte Gruppen Quoten?
  5. Wird das Gehalt bei einer Abwahl gekürzt?
  6. Welche Rolle spielt der Betriebs- und Personalrat?
  7. Wie sieht Wahlkampf aus?
  8. Welche Legitimität hätte eine Führungskraft bei einer Wahlbeteiligung von weniger als 50%?
  9. Wie sieht es mit inhabergeführten Firmen aus? Wird dann der der Besitzer enteignet und abgewählt?
  10. Was geschieht, wenn sich nur die Inkompetenten zur Wahl stellen?
  11. Siemens hat 351.000 Mitarbeiter. Wäre ein Wahlmarathon für Führungskräfte in der Größe für Mitarbeiter überhaupt leistbar bzw. bezahlbar?
  12. Wer garantiert noch Kontinuität? Wie kann eine angedachte Strategie unter der Maßgabe permanenter Chefwechsel verwirklicht werden?
  13. Kann eine abgestraffte Führungskraft – pardon abgewählter Chef – mit seinen Mitarbeitern noch produktiv zusammenarbeiten?
  14. Deutschland besitzt eine Konsensdemokratie. Droht das auch den Betrieben?
    „Konsens lässt uns alle in derselben grauen Einheitsmasse versinken, während echte Kreativität sehr viel mit Konfrontation und Skandal zu tun hat, schreibt der finnische Professor Alf Rehn (Gefährliche Ideen. Frankfurt 2012. S. 158) überspitzt. Wem wäre mit grauen, konsensorientierten und risikoscheuen aber demokratisch legitimierten Führungskräften gedient?
  15. Der Demokratieschwindel wird dann augenscheinlich, wenn z.B. über Aktiengesellschaften oder kommunale Verwaltungen gesprochen wird. Die Aktionäre bestimmen den Aufsichtsrat. Die Bürger wählen den Oberbürgermeister (=Verwaltungschef).

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