Demographie-Blog

Wie leben wir 2030? Das Interview zur digitalen Zukunft

Prof. Dr.-Ing. Tobias Meisen RWTH Aachen

Der digitale Wandel ist in aller Munde. Doch was heißt das konkret? Wie leben wir 2030? Antwort darauf geben in der neuen Interview-Reihe Vordenker, Visionäre, Querdenker und inspirierende Macher aus unserem Lande.

 

 

Den Auftakt macht Prof. Dr.-Ing. Tobias Meisen. Er ist Managing Director of the Institute of Information Management in Mechanical Engineering sowie Junior Professor for Interoperability of Simulations an der RWTH Aachen University.

1. Mit Blick auf Ihre aktuellen Forschungsergebnisse: Bricht wirklich ein digitales Zeitalter an?
Das digitale Zeitalter muss nicht erst anbrechen, meiner Meinung nach ist es bereits da. Mit dem Internet und der fortschreitenden Vernetzung untereinander mittels Smartphones haben wir ein neues Zeitalter nicht nur technologischer Umbrüche eingeleitet. Die Gesellschaft befindet sich im steten Wandel und wir Forscher mischen dabei sehr gerne mit. In den Bereichen der intelligenten vernetzten Produktion und des intermodalen Verkehrs habe ich in den letzten Jahren beispielsweise viele spannende Entwicklungen mitgestalten und interessante Kooperationen initiieren dürfen. Gerade in den letzten Monaten konnten wir einige tolle Ergebnisse erzielen und die Welle der Digitalisierung in diesen Bereichen weiter vorantreiben. Ich lade jeden herzlich zu uns nach Aachen ein, um die Antwort auf Ihre Frage mit zu ergründen.

2. Müssen wir uns vor der Digitalisierung fürchten?
Marie Curie soll gesagt haben: „Man braucht nichts im Leben zu fürchten, man muss nur alles verstehen.“. Ich glaube, die größte Furcht, die wir haben müssen, ist zu vergessen zu verstehen. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir genügend kluge Menschen haben, die dies für die Digitalisierung versuchen und erfolgreich sein würden. Es ist spannend mit anzusehen, was wir schaffen können. Furcht sollten wir davor aber nicht haben, sondern ein offenes Auge und den Willen zu verstehen.

3. Ihre Prognose: Wie leben und arbeiten wir im Jahr 2030?
2030 ist gar nicht mehr so lange hin. Wenn Sie an das Jahr 2001 denken und sich fragen, was sich verändert hat, so sind die Umbrüche nicht so groß. Wir haben keine fliegenden Autos und der Verbrennungsmotor ist immer noch nicht abgelöst. Ich glaube meine Antwort klingt langweilig, aber wir werden weiterhin in Häusern leben und täglich zur Arbeit gehen um unser täglich Brot zu verdienen. Auch denken müssen wir noch selber. Ich glaube aber, dass digitale und humanoide Assistenten Einzug in unser Leben gehalten haben. Wir werden uns mehr daran gewöhnt haben, dass digitale Systeme unser Leben stärker beeinflussen und mitbestimmen. Ich hoffe, dass unser Umgang mit unseren persönlichen Daten aufgrund von vielen Erfahrungen, die wir bis dahin machen werden, ein anderer sein wird. Wir werden begreifen, dass unsere Daten intime Geheimnisse beinhalten und wir uns bisher quasi nackt bewegen und von einigen hierbei beobachtet werden. Ich hoffe, dass wir uns bis dahin als Gesellschaft verständigt haben, wie wir vernünftig und im Wohle der Allgemeinheit mit unseren Daten umgehen. Ehrlich gesagt bin ich aber nicht sicher, ob es uns bis dahin gelingt.

4. Was sollten wir aus unserer „analogen“ Zeit beibehalten?
Das Wichtigste im Leben sind die Familie und die engen Freunde. Das analoge Miteinander sollte vor lauter Digitalisierung nicht zu kurz kommen. Es ist und bleibt doch ein Unterschied, ob ich ein Bier gemeinsam im Biergarten genieße oder via Videostream. Ich glaube, dass wir uns diese Werte bewahren und sie wertschätzen müssen.

Vielen herzlichen Dank für die Beantwortung der Fragen.
Rolf Dindorf


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