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Führungskultur: Vielfalt verzweifelt gesucht!

Empathie Vielfalt Führungskraft
Wie bewerten die Mitarbeiter ihre Chefs und was erwarten sie in Zeiten von Arbeit 4.0 eigentlich von ihren Führungskräften? Dominieren die männlichen Alphatiere trotz Geschlechterquote an der Spitze weiterhin die Ebenen der deutschen Wirtschaft?

Mit einer repräsentativen Umfrage unter mehr als 1.800 deutschen Arbeitnehmern geht das berufliche Netzwerk XING diesen und weiteren Fragen zur Führungskultur auf den Grund.
Das Ergebnis der Befragung: der Kulturwandel in deutschen Unternehmen hin zu flachen Hierarchien und mehr Eigenverantwortung zeichnet sich ab, aber die Führung in deutschen Unternehmen ist nach wie vor stark männlich geprägt. Gerade in Großunternehmen und Konzernen werden die Chefs den neuen selbstbewussten Anforderungen der Arbeitnehmer nur mit Einschränkungen gerecht.

A Man’s World: mehr als 70 Prozent der Vorgesetzten männlich

Vielfalt Fehlanzeige. Führungspositionen auf allen Ebenen der Unternehmen bleiben eine Männerdomäne. 70,1 Prozent der befragten Arbeitnehmer haben einen männlichen Vorgesetzten. Nur 29,9 Prozent der Befragten arbeiten unter der Führung einer Frau. Damit entspricht die Verteilung nahezu exakt der seit 2016 geltenden Quote für Aufsichtsräte von Großunternehmen, die vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend vorgeschlagen wurde. Damit ist die Verteilung über alle Führungsebenen zwar paritätischer als an der Spitze von Konzernen (27,2 Prozent: www.bmfsfj.de/quote/), allerdings hätte der Unterschied aufgrund des gemischten Karrierelevels der Befragten (gefragt wurde nach dem direkten Vorgesetzten) durchaus größer ausfallen können.

Zufrieden: Mehr als die Hälfte der Deutschen fühlt sich vom Vorgesetzten wertgeschätzt

Bei Konzernen mit mehr als 50.000 Mitarbeitern vergibt nicht einmal mehr jeder fünfte Befragte (18,3 %) die Bestnote für Wertschätzung an ihren jeweiligen Personalverantwortlichen. Spannend: weibliche Vorgesetzte lassen ihren Mitarbeitern laut den Umfrageergebnissen eine höhere Wertschätzung zu Teil werden. 25,6 Prozent der weiblichen Chefs erhalten die Bestnote in dieser Kategorie, während nur 22,6 Prozent der männlichen Chefs diese erreichen.

Nur rund ein Fünftel der Angestellten möchten den Job ihres Chefs machen

Müssen sich die Chefs bei all den Umwälzungen in der Arbeitswelt denn Sorgen machen, dass sie bald überflüssig sind oder gar abgelöst werden? Offenbar sind sich viele Beschäftigte den Herausforderungen von Führungsaufgaben bewusst oder streben sie nicht an. Lediglich eine kleine Minderheit von 18,1 Prozent der Befragten möchte nach ihren Ambitionen gefragt in die Rolle des eigenen Chefs schlüpfen. Bemerkenswert dabei: Frauen (11,1 %) und ältere Mitarbeiter über 50 Jahre (12,3 %) zeigen im Schnitt weniger Interesse als der durchschnittliche Arbeitnehmer, den Job vom Chef zu übernehmen.

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