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Arbeiten 4.0 – Ob Revolution oder Evolution – in jedem Fall spannend

Arbeiten 4.0
Auf der Zukunft Personal, Europas führende Messe für Personalmanagement, wird heftig über Arbeiten 4.0 diskutiert.
Prof. Dr. Jutta Rump verwies auf die große Breite des Themas: „Wir sehen hier nicht nur die Industrie 4.0 und die Digitalisierung als Treiber, sondern auch den Wertewandel in der jungen Generation und den demografischen Wandel“, erklärte die Leiterin des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE) an der Hochschule Ludwigshafen. „Es ist ein absolutes Muss, das ganzheitlich zu sehen.“ Während es auf viele Fragen wie zum Beispiel den Umgang mit Vielfalt schon Antworten gebe, sei anderes noch ungeklärt – etwa, welchen Einfluss die Entwicklung auf Ausbildungsberufe habe. „Wir müssen uns fragen, ob diese digitalisierungstauglich sind.“ So würden Bankkaufleute immer noch für das Filialgeschäft ausgebildet, obwohl es dieses vielleicht demnächst gar nicht mehr gebe, gab die Professorin ein Beispiel.

Übliche Wellenbewegungen

So viel Neues sei an der Entwicklung gar nicht dran, befand hingegen Prof. Dr. Stefan Kühl. Der Begriff „arbeiten 4.0“, den die Bundesregierung geprägt habe, sei „völlig fiktiv“, erklärte der Professor für Soziologie von der Universität Bielefeld: „Warum 4.0? Das könnte auch 5.0 oder 6.3 heißen.“ Im Grunde genommen handele sich um einen ganz normalen Prozess, der in den üblichen Wellenbewegungen verlaufe. Die jetzt wieder propagierten flachen Hierarchien brächten bekanntermaßen langwierige Entscheidungen und Machtkämpfe mit sich. „Wir wissen genau, welche Effekte man über Dezentralisierung produziert.“ Nur leider gehe dieses Wissen immer wieder verloren, bedauerte der Wissenschaftler.

„Wir haben die Hierarchiestufen peu à peu abgebaut“, erklärte Stefan Ries, Chief Human Resources Officer und Member of the Global Managing Board der SAP SE. Diese Veränderung sei auch dem Markt geschuldet: „Als Softwarehaus muss sich SAP frühzeitig den neuen Trends öffnen.“ Die regionalen Führungskräfte hätten keine Machtfunktion. „Das sind keine Regionalfürsten, sondern Kümmerer. Selbst die Digital Natives wollen nicht nur in der virtuellen Welt leben, sondern benötigen einen Ansprechpartner“, erklärte Ries. Insgesamt bewertete er das Schlagwort „arbeiten 4.0“ positiv für seine Profession: „Ich bin seit 26 Jahren aktiv im Personalmanagement. Was ich nicht mehr hören kann ist diese weinerliche Frage: Haben wir einen Stuhl am Tisch der Entscheider?“, erklärte der passionierte Personalmanager. Das neue Label könnte dabei helfen, eine Aufbruchsstimmung im Personalmanagement zu generieren, so Ries. „arbeiten 4.0“ sei keine Revolution, aber die nächste Evolutionsstufe, die der Markt von den Unternehmen verlange.


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