Demographie-Blog

Überlange Arbeitszeit als Normalität?

Arbeitszeit Personalarbeit
Am Arbeitsplatz werden viele Stunden des Tages verbracht – oft mehr
Zeit, als für Familie und Freizeit zur Verfügung steht. Durchschnittlich 41 Stunden pro
Woche arbeiteten Vollzeiterwerbstätige im Jahr 2016.

11 % der Vollzeiterwerbstätigen arbeiten gewöhnlich sogar mehr als 48 Stunden pro Woche. Dies gilt als
überlange Arbeitszeit. Die Betroffenheit von überlangen Arbeitszeiten steigt mit dem Alter an. Nur 2 % der
Vollzeiterwerbstätigen zwischen 15 und 24 Jahren arbeiteten 2016 gewöhnlich mehr
als 48 Stunden wöchentlich. Bei den Vollzeiterwerbstätigen im Alter von 55 bis 64
Jahren waren es dagegen 14 %. Einer der Gründe für die deutlichen Unterschiede ist
der hohe Anteil überlanger Arbeitszeiten bei Führungskräften, die eher in den höheren
Altersgruppen zu finden sind. Ebenso prädestiniert für überlange Arbeitszeiten sind
Selbstständige: Gut die Hälfte (51 %) arbeitete gewöhnlich mehr als 48 Stunden pro
Woche. Bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Vollzeit waren es dagegen
nur 6 %.

Arbeiten unter hohem Arbeitstempo und Termindruck bestimmt häufig den
Berufsalltag. Im Jahr 2015 waren 40 % der Erwerbstätigen mindestens drei Viertel der
Zeit einer hohen Arbeitsintensität ausgesetzt. Männer waren dabei mit 44 % etwas
stärker betroffen als Frauen mit 36 %. Bei der Anlagen- und Maschinenbedienung
(56 %), bei Führungskräften (54 %) sowie in Handwerksberufen (52 %) war jeweils
etwas mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen belastet.

Ein immer größerer Teil der Erwerbstätigen arbeitet in Berufen, die eine hohe
Qualifikation voraussetzen. 1996 hatte der Anteil noch bei 37 % gelegen, 2016 betrug
er bereits 45 %. Zu den hoch Qualifizierten zählen beispielsweise Akademikerinnen und
Akademiker, Fachkräfte im Technik- oder Gesundheitsbereich oder ganz allgemein
Führungskräfte. Dabei arbeiten Frauen generell häufiger als Männer in den Berufen, die
eine hohe Qualifikation voraussetzen. 2016 fanden sich 47 % der erwerbstätigen
Frauen in solchen Berufen – im Vergleich zu 42 % bei den erwerbstätigen Männern. Der
Unterschied ist auf den relativ hohen Frauenanteil beim Lehrerberuf oder auch bei
Berufen der medizinischen und technischen Assistenz zurückzuführen.

Frauen verdienen 21% weniger

Der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen lag 2016 um 21% niedriger als der
Verdienst der Männer. Die Unterschiede fielen in Westdeutschland (und Berlin) mit 23% deutlich
höher aus als im Osten (7%).
Seit 2002 ist der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern fast konstant geblieben. Die
Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Verdienstabstand bis zum Jahr 2030 auf 10% zu
senken.

Diese und weitere Aspekte der Qualität bezahlter Arbeit enthält der Bericht
„Qualität der Arbeit 2017 – Geld verdienen und was sonst noch zählt“.


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