Demographie-Blog

Fit oder fertig? Mehr als jeder Zweite scheidet zu früh aus dem Arbeitsleben aus


Der demografische Wandel bedeutet nicht nur für die Rentenkassen eine große Herausforderung. Da die Menschen in Deutschland künftig länger berufstätig sein werden, ist es besonders wichtig, dass sie möglichst lange gesund und einsatzfähig bleiben. Hier gibt es allerdings noch großen Handlungsbedarf, wie Auswertungen des veröffentlichten Gesundheitsreports der Techniker Krankenkasse (TK) zeigen. Laut Report scheidet mehr als jeder zweite Erwerbstätige vor dem offiziellen Renteneintrittsalter aus dem Arbeitsleben aus. Darunter jeder Siebte (13,5 Prozent) aufgrund von Berufsunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit oder Schwerbehinderung.

So ist das Risiko, berufs- oder erwerbsunfähig zu werden, im Bau- und Holzgewerbe 1,8-mal höher als in der Vergleichsgruppe. Das gilt auch für Verkehrs- und Lagerarbeiter (1,6-mal höheres Risiko) sowie für die Beschäftigten aus der Metallbranche (fast 1,6-mal höheres Risiko).

Das haben viele Unternehmen bereits erkannt und investieren in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter. Dana Lafuente, Leiterin der Abteilung Mitarbeiterförderung des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin: „Die Sicherung der Leistungs- und Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten, der Wettstreit um Fachpersonal, die Herausforderungen, eine sich immer schneller wandelnde Arbeitswelt zu meistern und Zeit effizient zu nutzen – dies sind Aufgaben, die sich Arbeitgebern unabhängig von der Branche stellen.“

Auch öffentliche Unternehmen müssen Strategien entwickeln, um die älteren Erwerbsgenerationen fit zu halten und jüngere Arbeitnehmer mit einem attraktiven BGM-Angebot als Arbeitnehmer zu gewinnen. „Wissensverluste zu vermeiden und Nachwuchs zu gewinnen hat für die Berliner Wasserbetriebe, deren Altersdurchschnitt mit 51 Jahren vergleichsweise hoch ist, höchsten Stellenwert“, sagt Kristin Kroboth, Leiterin des Betrieblichen Gesundheitsmanagement der Berliner Wasserbetriebe. So bieten sie ein breites Spektrum verzahnter Maßnahmen von individuellen ergonomischen Arbeitsgeräten über flexible Arbeitszeitmodelle und Telearbeit bis zur Beratung für pflegende Angehörige. „Außerdem haben wir gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, der Arbeitnehmervertretung sowie einem Arbeitswissenschaftler ein neues Schichtmodell entwickelt, das die Belastungen durch Schichtarbeit deutlich reduziert.“

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