Demographie-Blog

Die Interviewreihe „5 Fragen zum Fachkräftemangel“ – heute mit Serap Lipinski

Fachkraeftemangel Deutschland

 

Die Diskussion um den Fachkräftemangel beherrscht die Medien. Die neue Interviewreihe  „5 Fragen zum Fachkräftemangel“ greift die Diskussion auf. Praktiker aus Unternehmen und Verwaltungen nehmen dazu kurz und knackig Stellung.

 

 

 

Die Fragen im heutigen Interview hat Serap Lipinski beantwortet. Sie ist HR Managerin bei der Dirk Rossmann GmbH.

1. Wird über den demographischen Wandel gesprochen fällt rasch das Schlagwort vom Fachkräftemangel. Spüren Sie in Ihrem Unternehmen schon etwas davon?
Den Fachkräftemangel wird jedes Unternehmen in sehr naher Zukunft treffen. Ein Grund dafür ist, dass wir immer weniger Nachwuchs bekommen. Unsere Gesellschaft altert aber stetig. Der Nachwuchs der uns bleibt muss gefördert und auch gehalten werden durch spezielle auf sie zugeschnittene Methoden des Retention Management. Dies gilt auch für die älteren MitarbeiterInnen. Die Fähigkeiten und Kenntnisse sind das Human Kapital des Unternehmens. Durch den Verlust des Human Kapitals kommt es zu Kosten die zu einem Verlust der Konkurrenzkraft führen. Das wiederum führt zum wirtschaftlichen Misserfolg des Unternehmens. Unumstritten ist der Wert einer Fachkraft. Die Manifestation des Wertes von Human Kapitel ist in den Unternehmen leider noch nicht überall verbreitet.

2. Welche Wege gehen Sie bei der Rekrutierung von Fachkräften?
Durch ein sehr gutes Corporate Identity. Ein Unternehmen, dass sich durch ein strategisches Personalmarketing repräsentativ nach Außen und Innen zeigt ist ein sehr attraktiver zukünftiger Arbeitgeber.

3. Was sind aus Ihrer Sicht die relevanten Kriterien für die Arbeitgeberwahl?
Es sind mehrere Faktoren die zusammenkommen. Zwischen den zukünftigen Mitarbeitern sollte auch unterschieden werden um welche es sich handelt. Die neue Generation möchte mehr Zeit für Familie und Hobbys haben. Geld spielt aus wissenschaftlichen Studien heraus eine sekundäre Rolle. Bei der Gruppe muss explizit an verschiedene auf sie zugeschnittene Methoden gearbeitet werden um sie für das Unternehmen zu gewinnen und auch zu binden. Bei der älteren Generation müssen auch zeitliche und gesundheitliche Gesichtspunkte in Betracht gezogen werden. Das Unternehmen muss die jeweiligen Maßnahmen gegenüberstellen und die Kosten bzw. den Nutzen für die jeweiligen Mitarbeiter vor Augen halten.

4. Neben der Rekrutierung spielen die Bindung und der Onboarding-Prozess eine wichtige Rolle bei der Fachkräftesicherung. Welche Personalstrategie verfolgen Sie in dieser Hinsicht?
Da gibt es schon verschiedene Konzepte für die Unternehmen die zur Rekrutierung und zum Retention beitragen (Beispiel Work-Life -Balance).

5. Mittlerweile wird auch die Reaktivierung pensionierter Fachkräfte diskutiert. Spielt dieser Gesichtspunkt in Ihrem Unternehmen eine Rolle?
Das wird früher oder später in jedem Unternehmen thematisiert. Ein Umdenken in der Politik und Wirtschaft muss erfolgen. Es kann aber auch wie es schon in manchen Unternehmen der Fall ist, zu einer Rekrutierung aus dem Ausland kommen. Es ist unsinnig, wenn wir in unserem Land die Förderung der Familien nicht  stärken. Durch die Förderung der Familien wird eine Erhöhung des Nachwuchses geschaffen. Die Kinder wiederum werden unsere eigenen Fachkräfte der Zukunft sein und uns die Renten sichern. Warum sollte extern ins Ausland geschaut werden, wenn wir selber Nachwuchs haben? Die Kosten um den jeweiligen Mitarbeiter zu integrieren, zu fördern und auch längerfristig zu halten steht in keiner Relation. Diese Mitarbeiter haben durch ihre hohe Flexibilität bewiesen, dass sie jederzeit auch ins Ausland gehen. Realistisch gesehen gibt es keine Garantie für die Unternehmen die Mitarbeiter aus dem Ausland auch längerfristig zu halten. Aus Sicht der Rentabilität sollten wir unser eigenes Potenzial fördern und binden.

Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen
Rolf Dindorf

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2 Kommentare

  1. Toller Artikel! Um dem demografisch bedingten Rückgang der Erwerbsbevölkerung entgegenzuwirken, sind mehrere Lösungsansätze denkbar: Der frühere Eintritt in das Erwerbsleben, der spätere Austritt aus der Erwerbsphase, eine Erhöhung der Frauenerwerbstätigkeit sowie der Zuzug von ausländischen Arbeitskräften.

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